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Nachhaltiges Planen und Bauen mit Revit & One Click LCA

Die Bau- und Immobilienbranche befindet sich im Wandel: Nachhaltigkeit, Transparenz und CO₂-Bilanzierung gewinnen zunehmend an Bedeutung. LEONHARD WEISS hat diese Entwicklung früh erkannt und nutzt digitale Methoden wie Autodesk Revit und One Click LCA, um ökologische Kennwerte bereits in frühen Planungsphasen bewerten zu können. Im Rahmen des Förderprogramms ‚auxalia x One Click LCA‘ wurde ein internes Bauprojekt als Pilotvorhaben ausgewählt, um das Zusammenspiel aus BIM-Modell, Materialdatenbanken und CO₂-Bilanzierung praxisnah zu testen.

Ein innovatives Pilotprojekt: Büroneubau in Göppingen

Auf dem Firmengelände von LEONHARD WEISS entsteht ein moderner Büroneubau, der nachhaltige Bauweisen wie Holzbauanteile, Photovoltaikanlage und Eisspeicher mit offenen modernen Bürowelten kombiniert. Als internes Bauvorhaben bot dieses Projekt den idealen Rahmen, um Material- und Systementscheidungen ohne externe Restriktionen hinsichtlich ihrer CO₂-Wirkung zu untersuchen. Ziel war es, realistische Erkenntnisse über Optimierungsmöglichkeiten im eigenen Planungsprozess zu gewinnen.

Modellbasierte Datengrundlage: Revit als zentraler Ausgangspunkt

Für die CO₂-Bewertung wurde das bestehende BIM-Modell in Autodesk Revit genutzt. Die modellierten Bauteile bildeten die Grundlage für das Mapping in One Click LCA. Dabei zeigte sich deutlich, dass nur vollständig modellierte Bauteile in die Bewertung einfließen können, während flächenbasierte Gewerke wie Malerarbeiten oder Bodenbeläge separat ergänzt werden müssen. Dies verdeutlicht die Relevanz eines durchgängig modellbasierten Planungsprozesses.

One Click LCA im praktischen Einsatz

Die CO₂-Analyse erfolgte in zwei Stufen: zunächst eine frühphasige Bewertung direkt in One Click LCA, gefolgt von einer modellbasierten Auswertung über das Revit-Plug-in. Das Mapping der Bauteile mit den EPD- und Ökobaudat-Datensätzen ermöglichte eine differenzierte Analyse. Die Quintil-Auswertung zeigte besonders emissionsintensive Bauteile wie die vorgehängt hinterlüftete Metallfassade.

Konkrete Ergebnisse: CO₂-optimierte Materialwahl

Ein besonders prägnantes Ergebnis betraf die Auswahl des Bodenbelags. Verschiedene Teppichsysteme wurden hinsichtlich ihrer CO₂-Emissionen verglichen. Obwohl die CO₂-optimierte Teppichvariante höhere Kosten verursachte, wies sie eine deutlich bessere CO₂-Bilanz auf. Da es sich um ein internes Bauvorhaben handelte, konnte LEONHARD WEISS diese nachhaltigere Lösung bewusst auswählen. Das Beispiel dient heute als internes Best-Practice-Modell für datenbasierte Materialentscheidungen.

Zusammenarbeit mit auxalia

Im Rahmen des Förderprogramms bewarb sich Herr Robert Hecker im Namen des Unternehmens für die Teilnahme. Er betont rückblickend, dass die Zusammenarbeit mit auxalia von hoher Fachkompetenz, klaren Strukturen und schneller Unterstützung geprägt war. Durch regelmäßige Jour-Fixe sowie die hilfreiche Begleitung beim Test des Revit-Plug-ins gelang dem Projektteam ein reibungsloser Einstieg in die modellbasierte CO₂-Bilanzierung.

Ausblick

Mit Abschluss des Pilotprojekts verfügt LEONHARD WEISS über einen belastbaren Workflow zur Integration von CO₂-Bewertungen in Planung und Bemusterung. Die gewonnenen Erkenntnisse werden künftig in Kundenprojekten eingesetzt, um nachhaltige Entscheidungen frühzeitig und transparent zu gestalten. Mapping-Vorlagen und interne Standards werden weiterentwickelt, um diese Prozesse zukünftig zu vereinheitlichen.