Startseite / Blog / Ökologische Kennzahlen automatisch aus BIM: So wird Nachhaltigkeit zum Wirtschaftsfaktor
Nachhaltigkeit bleibt – trotz regulatorischer Anpassungen durch den sogenannten „Omnibus“ – ein entscheidender Faktor für den wirtschaftlichen Erfolg von Bau- und Immobilienprojekten. Die Anforderungen aus Regulatorik (wie Taxonomie, CSRD oder SFDR), ESG-Marktstandards und freiwilligen Zertifizierungssystemen wie DGNB oder LEED zeigen: Der Weg in Richtung Klimaneutralität und das 1,5°C-Ziel ist klar vorgegeben.
Doch die Herausforderung liegt weniger in den Zielen als in der Umsetzung. Nachhaltigkeit darf kein zusätzlicher Reporting-Aufwand sein, sondern muss als wirtschaftlicher Bestandteil des Kerngeschäfts verstanden werden – messbar, digital integriert und im Projektalltag wirksam.
Damit das gelingt, braucht es Werkzeuge, die ökologische Kennzahlen direkt aus den Modellen ableiten können und so Nachhaltigkeit in die tägliche Planungspraxis bringen. Genau hier setzt die Kombination aus der Autodesk Construction Cloud (ACC) und One Click LCA an.
Nachhaltigkeit ist kein isolierter Arbeitsschritt, sondern ein Prozess, der stark von Datenqualität abhängt. Je präziser Modelle aufgebaut sind und je klarer Mengen, Materialien und Bauteile definiert sind, desto einfacher lassen sich deren ökologische Auswirkungen bewerten.
Die Lebenszyklusanalyse spielt dabei eine zentrale Rolle. Sie bewertet nicht nur Emissionen aus Betrieb und Nutzung, sondern auch den ökologischen Fußabdruck der Herstellung, der Transportwege und des Rückbaus. Für viele Bauprodukte stehen dafür sogenannte Environmental Product Declarations (EPD) zur Verfügung, die objektive und vergleichbare Werte liefern.
Damit diese Informationen jedoch wirklich wirksam werden, müssen sie in den Planungsprozess integriert werden – und zwar möglichst automatisiert.
In vielen Projekten liegen Daten verstreut in unterschiedlichen Ordnern, auf lokalen Servern oder in abweichenden Dateiständen vor. Die Autodesk Construction Cloud löst dieses Problem, indem sie eine gemeinsame Datenumgebung bereitstellt. Modelle, Pläne und Dokumente liegen dort stets aktuell vor und können nach klar definierten Rechten eingesehen, geprüft oder freigegeben werden.
Diese zentrale Datenbasis schafft die Voraussetzung, um Nachhaltigkeitsbewertungen nicht als isolierte Excel Übung zu betrachten, sondern als integrierten Bestandteil eines digitalen Projektablaufs. Je konsistenter die Daten, desto präziser wird am Ende auch die ökologische Bewertung.
Während die ACC die strukturierte Datenbasis bereitstellt, übernimmt One Click LCA die fachliche Bewertung. Die Software ist darauf ausgelegt, BIM Modelle direkt auszulesen und die enthaltenen Mengen, Volumen und Materialinformationen in nachvollziehbare Lebenszyklusanalysen zu überführen.
Durch die Verknüpfung beider Systeme entsteht ein durchgängiger Prozess. Modelländerungen lassen sich schnell in die LCA-Berechnung übertragen, Varianten können unmittelbar miteinander verglichen werden und die ökologischen Auswirkungen einzelner Entscheidungen werden transparent. Das erleichtert nicht nur die Kommunikation mit Bauherren, sondern ermöglicht auch eine Planung, die ökologische Kriterien frühzeitig berücksichtigt.
Je mehr Beteiligte in einem Projekt zusammenarbeiten, desto wichtiger wird eine gemeinsame digitale Sprache. Unterschiedliche Dateiformate, manuelle Übertragungen oder unklare Zuständigkeiten führen schnell zu Fehlern.
Wenn BIM Modelle und Nachhaltigkeitsbewertung hingegen sauber miteinander verbunden sind, entsteht ein Prozess, der planbar und reproduzierbar ist. Materialentscheidungen lassen sich besser begründen, Zertifizierungen werden einfacher erreichbar und die Dokumentation gewinnt an Qualität. So wird digitale Nachhaltigkeit nicht nur zu einem ökologischen, sondern auch zu einem wirtschaftlichen Erfolgsfaktor.
Die Verbindung von ACC und One Click LCA ist nicht nur für Architekturbüros interessant. Auch Ingenieure, TGA-Planende, Generalunternehmen und Bauherren profitieren von einem Modell, das ökologische Kennzahlen jederzeit griffbereit hält.
Vor allem in frühen Leistungsphasen zeigt sich der Mehrwert: Entscheidungen lassen sich besser abwägen, Varianten werden transparenter und die spätere Zertifizierung lässt sich gezielter vorbereiten. Gleichzeitig steigt die Qualität des digitalen Zwillings, der auch im Betrieb des Gebäudes eine wichtige Rolle spielt.
Wer tiefer einsteigen möchte und sehen will, wie Interoperabilität in der Praxis funktioniert, kann die Aufzeichnung unseres auxalia on air Webinars ansehen. Hier geht es zur Aufzeichnung:
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Digitale Nachhaltigkeit lässt sich nicht von heute auf morgen einführen. Sie erfordert Datenqualität, klare Prozesse und Werkzeuge, die nahtlos zusammenspielen. Genau dabei unterstützen wir Sie – von der Einführung der Autodesk Construction Cloud über die Integration von One Click LCA bis hin zur Gestaltung eines nachhaltigen, digitalen Planungsprozesses.
Dipl.-Bauingenieur Senior BIM/ESG Consultant