Startseite / Blog / Nachhaltigkeit wird zum digitalen Workflow mit Autodesk Lösungen
Nachhaltigkeit wird zu einer konkreten Anforderung an Planung, Dokumentation und Entscheidungsprozesse. Besonders in Europa verschieben verstärkte Richtlinien, Klimaziele und steigende Erwartungen von Auftraggebern, Investoren und Stakeholdern den Fokus. Nachhaltigkeit muss messbar, nachvollziehbar und wirtschaftlich umsetzbar werden.
Damit verändert sich auch die Rolle digitaler Werkzeuge. Es reicht nicht, CO₂-Werte am Ende eines Projekts zu berechnen oder Nachhaltigkeitsziele separat in Berichten zu dokumentieren. Die entscheidenden Weichen werden viel früher gestellt – in der Konzept- und Entwurfsphase. Gebäudemasse, Orientierung, Tragwerk, Fassade, Materialwahl und energetische Strategie prägen die spätere CO₂-Bilanz ebenso wie Kosten, Performance und langfristigen Wert. Genau in diesen frühen Phasen ist der Einfluss am größten, während Änderungen noch vergleichsweise einfach möglich sind.
In der Praxis stehen Teams jedoch oft vor einem bekannten Problem. Daten sind vorhanden, aber nicht ausreichend verbunden. Informationen liegen in verschiedenen Modellen, Tabellen, PDFs, Tools und Fachdisziplinen. Bei jedem Übergang zwischen Planung, Ausführung und Betrieb geht Kontext verloren oder muss neu aufgebaut werden. Für Carbon Data ist das besonders kritisch. Wenn CO₂-Analysen zu spät erfolgen, auf unterschiedlichen Annahmen beruhen oder bei jedem Projektstand neu erstellt werden müssen, verlieren sie ihren eigentlichen Wert, Entscheidungen rechtzeitig zu verbessern.
Quelle: Beck Burns Autodesk, Keynotes auxalia 2026
Wirksames Carbon Management beginnt mit frühem Feedback. Teams brauchen eine Möglichkeit, Entwurfsvarianten schnell zu vergleichen und zu verstehen, welche Entscheidungen den größten Einfluss auf graue, operative und gesamte Emissionen haben. Genau hier entsteht der Unterschied zwischen einer statischen Nachhaltigkeitsanalyse und einem lebendigen Workflow.
Autodesk Forma Carbon Insights setzt an dieser Stelle an. Der Workflow beginnt bereits in der frühen Planung, etwa in Forma Building Design. Noch bevor ein Entwurf vollständig detailliert ist, können Teams erste Gebäudeoptionen modellieren, Varianten untersuchen und eine Total-Carbon-Betrachtung starten. Dabei werden nicht nur einzelne Werte betrachtet, sondern die Auswirkungen auf graue Emissionen, operative Emissionen und die gesamte CO₂-Bilanz sichtbar gemacht.
Der Vorteil liegt in der Geschwindigkeit und Nähe zur Entscheidung. Wenn ein Team beispielsweise unterschiedliche Gebäudekörper, Dachformen, Materialannahmen oder Entwurfsvarianten prüft, kann CO₂-Feedback direkt in die Diskussion einfließen. Die Analyse wird dadurch zu einem Bestandteil des Entwurfsprozesses. Planende können früher erkennen, welche Option bessere Ergebnisse liefert, welche Faktoren die Bilanz verschlechtern und wo sich Optimierungspotenzial befindet.
Frühe CO₂-Analysen müssen nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Ihr Nutzen liegt darin, Tendenzen sichtbar zu machen, Varianten vergleichbar zu machen und Gespräche zu strukturieren. Gerade in frühen Phasen geht es darum, die Richtung zu verbessern, bevor Entscheidungen festgeschrieben sind.
Sobald ein Projekt weiterentwickelt wird, kann der Workflow in Revit vertieft werden. Aus dem Revit-Modell wird ein Energy Analytical Model erzeugt, das die Grundlage für die weitere Analyse bildet. Dadurch wird die CO₂-Betrachtung stärker mit dem konkreten BIM-Modell verbunden. Die Ergebnisse basieren nicht mehr auf einer losgelösten Annahme, sondern auf dem jeweiligen Gebäude, seiner Geometrie, seinen Bauteilen und der aktuellen Entwurfslogik.
In Forma Carbon Insights werden diese Informationen anschließend in Dashboards aufbereitet. Teams können graue Emissionen, operative Emissionen und Total Carbon nebeneinander betrachten. Dadurch wird sichtbar, ob die wesentlichen CO₂-Treiber eher in den verwendeten Materialien, in bestimmten Bauteilen, im energetischen Verhalten oder in anderen Einflussgrößen liegen. Gerade für Design Reviews, interne Abstimmungen und Kundengespräche ist diese Transparenz entscheidend.
Der Workflow unterstützt auch eine kollaborative Arbeitsweise. Dashboards können geteilt und gemeinsam ausgewertet werden. Damit wird Carbon Analysis aus der isolierten Expert*innenrolle herausgelöst und stärker in multidisziplinäre Projektteams integriert. Architektur, Fachplanung, Nachhaltigkeitsberatung, Projektsteuerung und Auftraggeber können auf derselben Grundlage diskutieren. Das reduziert Interpretationsspielräume und hilft, Entscheidungen konsistenter zu treffen.
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Nachvollziehbarkeit. In Forma Carbon Insights lassen sich Faktoren, Kennwerte und Annahmen sichtbarer machen. Wenn sich ein Ergebnis verändert, kann das Team besser verstehen, warum es sich verändert hat – etwa durch eine andere Materialannahme, eine geänderte Geometrie oder eine Anpassung am Gebäudeelement. Genau diese Transparenz ist wichtig, um Vertrauen in Nachhaltigkeitsdaten aufzubauen.
Damit entsteht ein durchgängigerer Prozess mit dem Fokus auf iterativen Arbeiten mit CO₂-Daten. Frühe Variantenprüfung in Forma, detailliertere Modellanbindung über Revit, gemeinsame Auswertung in Forma Carbon Insights und bessere Entscheidungsgrundlagen für das Projektteam.
Dieser Workflow steht für einen größeren Wandel in der Branche. Nachhaltigkeit verschiebt sich von der rückblickenden Bewertung hin zu einer laufenden Entscheidungsgrundlage. CO₂ wird nicht erst am Ende dokumentiert, sondern während des Entwerfens sichtbar. Das macht Nachhaltigkeit konkreter, aber auch anschlussfähiger an die Realität von Projekten: Kosten, Termine, Qualität, Gestaltung, technische Machbarkeit und regulatorische Anforderungen müssen gleichzeitig betrachtet werden.
Der Autodesk State of Design & Make 2025 bestätigt diesen Wandel deutlich. Für den Bericht wurden weltweit 5.594 Fach- und Führungskräfte sowie Zukunftsforschende aus den Design-&-Make-Branchen befragt, darunter Architektur, Ingenieur- und Bauwesen, Gebäudebetrieb, Fertigung sowie Medien und Unterhaltung. Die Ergebnisse zeigen, dass Nachhaltigkeit zunehmend als wirtschaftliche Chance verstanden wird, nicht mehr nur als Kostenfaktor oder Pflichtaufgabe. Die Mehrheit der Befragten erwartet, dass Nachhaltigkeit in den kommenden drei Jahren entscheidend für das Geschäftswachstum sein wird. Laut Report ist der Einfluss von Kunden auf Nachhaltigkeitsinitiativen im Vergleich zum Vorjahr zurückgegangen, gleichzeitig bleiben die Maßnahmen der Unternehmen stabil. Das spricht dafür, dass Nachhaltigkeit stärker in die eigene Geschäftsstrategie integriert wird – und nicht nur als Reaktion auf Anforderungen von außen entsteht.
Damit passt der Report genau zu dem, was sich auch in digitalen Planungsworkflows zeigt: Nachhaltigkeit wird operativer. Sie muss nicht nur strategisch formuliert, sondern in konkrete Entscheidungen übersetzt werden – mit belastbaren Daten, früher Analyse und Workflows, die Teams im Projektalltag wirklich nutzen können.
Künstliche Intelligenz und vernetzte Daten werden diesen Wandel weiter beschleunigen. KI kann helfen, Varianten schneller zu bewerten, Muster zu erkennen und komplexe Abhängigkeiten verständlicher zu machen. Ihre Wirkung hängt jedoch davon ab, ob die zugrunde liegenden Daten strukturiert, vertrauenswürdig und zugänglich sind. Deshalb gewinnen Plattformen, Datenmodelle und Schnittstellen wie die Autodesk Sustainability Data API an Bedeutung. Sie schaffen die Grundlage dafür, Nachhaltigkeitsdaten konsistenter in bestehende Werkzeuge und Prozesse einzubinden.
Für Unternehmen bedeutet das: Der Einstieg muss nicht mit der perfekten End-to-End-Lösung beginnen. Entscheidend ist, konkrete Anwendungsfälle zu identifizieren und dort anzusetzen, wo der Hebel groß ist. Frühes Carbon Feedback im Entwurf, klare Datenquellen, ein gemeinsames Verständnis von Annahmen und ein Workflow, der BIM- und ESG-Prozesse verbindet, sind realistische erste Schritte.
Genau hier setzt der auxalia ESG-Workflow Check an. In einer kompakten Session werden bestehende ESG-Ziele, BIM- und Datenprozesse sowie aktuelle Herausforderungen analysiert. Daraus entstehen erste Handlungsfelder, passende Lösungsansätze und ein pragmatischer Blick darauf, wie Nachhaltigkeit in den individuellen Projekt- und Unternehmenskontext integriert werden kann.
Schauen Sie sich gerne unseren Keynote Vortrag 2026 zusammen mit Becky Burns von Autodesk zu diesem Thema an.
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Architektur / M.Sc. Urban Design ESG Account Managerin
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