MYCAD Newsletter Videothek Dokumentation Support
BIM

Mit BIM zum digitalen Zwilling: Fundiertere Entscheidungen treffen & Investitionen schützen

Im AEC-Bereich bildet ein digitaler Zwilling das digitale Abbild eines physischen Objektes oder einer Umgebung, beispielsweise Gebäude, Brücken, Schienennetze, Parks oder sogar ganze Städte. Nicht zu verwechseln: Ein digitaler Zwilling ist nicht einfach ein 3D-Modell, sondern eher ein Informationsmodell. Dieses wird in der Planungsphase erstellt und beinhaltet digitale Daten jeder Phase des Objekt-Lebenszyklus – von der Planung und Konstruktion über die Realisierung bis hin zu Betrieb und Wartung.

Dynamische Informationsmodelle statt statischer 3D-Modelle

Digitale Zwillinge sind keine statischen Modelle, sondern dynamische Einheiten, die sich in Echtzeit weiterentwickeln. In Zukunft werden sie lernen, sich selbst aktualisieren und mit ihren physischen Abbildern kommunizieren, indem sie Daten in Echtzeit mithilfe von KI, maschinellem Lernen und IoT-Technologien austauschen.

Auf dieser Datenbasis lassen sich Simulationen durchführen, um die Auswirkungen von Umweltbedingungen oder veränderten Systemen zu erforschen und Risiken zu minimieren. Ein digitaler Zwilling in der Baubranche könnte beispielsweise dazu dienen, die Solarfassade eines Gebäudes dem Sonnenverlauf anzupassen oder die Raumluftströmung zu modifizieren, um die Ausbreitung von Krankheitserregern zu minimieren. Und es lassen sich Betriebsdaten für HLK- und MEP-Systeme erfassen, um Reparatur- und Wartungsprozesse zu optimieren und drohende Ausfälle von Systemen frühzeitig zu erkennen.

BIM als Basis für digitale Zwillinge

BIM (Building Information Modeling) treibt die Digitalisierung der Baubranche voran. So werden bei der BIM-Methodik multidisziplinäre Modelle und Cloud-Kollaboration genutzt, um die Planung und Verwaltung von Objekten und den darin enthaltenen Systemen zu unterstützen. Deshalb ist es auf dem Weg zum digitalen Zwilling sinnvoll und effizient, mit BIM zu beginnen. Digitale Zwillinge schöpfen das volle Potenzial von BIM aus und verbinden Daten und Prozesse mit dynamischem Austausch von Echtzeit-Informationen.

Zukünftig werden digitale Zwillinge in den BIM-Prozess integriert, um allen Projektbeteiligten bessere Einblicke zu ermöglichen. Die erfassten Daten können in die Planungs- und Entwurfsphase neuer Projekte einfließen und mithilfe von Data Learning kontinuierlich verbessert werden. Ob Architekt, Fachplaner, Bauunternehmen, Betreiber oder Eigentümer: Letztendlich profitieren alle von der Kombination aus BIM und digitalem Zwilling und können fundiertere Entscheidungen treffen, um ein Objekt über den gesamten Lebenszyklus zu optimieren.

Autodesk Tandem: Daten-Plattform für den digitalen Zwilling

Autodesk Tandem ist eine digitale Plattform, die es ermöglicht, Bauprojekte digital zu beginnen und digital zu bleiben, vom Design über den Bau bis zum Betrieb. Autodesk Tandem nutzt und analysiert die während des gesamten Projektlebenszyklus erfassten BIM-Daten des Objekts und der Systeme, die zur Erstellung eines digitalen Zwillings des Objekts notwendig sind.

Bis zur Übergabe des Objekts an den Eigentümer sammelt der virtuelle Zwilling Betriebsdaten in einer zentralen, strukturierten und standardisierten Datenbasis. Unorganisierte, nur mühsam auswertbare Datensilos gehören damit der Vergangenheit an. Diese können zur Feinabstimmung der Leistung, zur Optimierung von Wartungsprozessen sowie zur Unterstützung der Außerbetriebnahme und zukünftigen Nutzung verwendet werden.

So lassen sich auch die Investitionen langfristig schützen. Denn rund 80 % der gesamten Lebenszykluskosten eines Objekts entfallen auf den Betrieb. Hier ermöglichen es digitale Zwillinge und Plattformen wie Autodesk Tandem, die Kosteneffizienz deutlich zu steigern.

Autodesk Tandem befindet sich aktuell noch im Beta-Stadium. Mehr dazu finden Sie hier.