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Revit & ACC: Cloud-Modell-Upgrade und Arbeitsweisen im Detail

Ein Leitfaden für den NativBIM Ansatz mit Revit und der Autodesk Construction Cloud (ACC)

Innerhalb eines laufenden Projekts erscheint ein Modell-Upgrade ungewöhnlich, da sich alle Projektbeteiligten normalerweise auf eine Revit-Version einigen und diese Auswahl sogar in einem BIM-Abwicklungsplan (BAP) festlegen. Der Einsatz von Tools und Add-ins von Drittanbietern spricht in der Regel gegen ein Upgrade auf die aktuelle Version während des laufenden Projekts, insbesondere wenn das benötigte Add-in in der neueren Version noch nicht verfügbar sein könnte.

Warum ein Modell-Upgrade in Betracht ziehen?

  1. Neuerungen in Revit: Die jährlich hinzukommenden Funktionen in höheren Revit-Versionen können essenziell für spezifische Berechnungen und Funktionen in Bereichen wie Architektur, TGA, Ingenieurbau oder Stahlbau sein.
  2. Performance-Probleme: Anwender können in ihren Projekten auf Leistungsprobleme stoßen, die durch viele verschiedene Faktoren ausgelöst werden können, wie die Verwendung von externen/unbekannten Familien, unnötige/nicht mehr benötigte Inhalte (Ansichten, Gruppen, Materialien…), nicht betrachtete Warnungsliste, importiere Elemente, oder auch viele weitere Punkte. (Das alles sind Inhalte, die intern in einer Modellierungsrichtlinie definiert sein sollten)
  3. Verbesserungen in Cloud und Software-Versionen: Mit jeder neuen Version verbessert Autodesk die Zuverlässigkeit, Performance und fügt innovative Funktionen hinzu, insbesondere in Bezug auf Cloud-Funktionalitäten wie Öffnen, Publizieren und das Freigeben von Bearbeitungsbereichen.

Die folgenden Screenshots zeigen die Unterschiede in den Einstellungen zum Öffnen eines Modells in Revit 2022/2024.

So funktioniert ein Cloud-Modell-Upgrade

Sollte die Entscheidung für ein Projekt-Upgrade fallen, ist es notwendig sicherzustellen, dass der verantwortliche Projektadministrator vorab alle Kollegen und Projektbeteiligten informiert hat. In dieser Phase sollte niemand im Projekt arbeiten, um den Verlust nicht synchronisierter Inhalte zu vermeiden.

Zudem ist es ratsam, eine Kopie der Modelle in der aktuellen Version zu erstellen und eventuell zu archivieren.

Die unterschiedlichen Arbeitsweisen wie Work in Progress (WIP), Shared oder Consumed erhöhen die Komplexität dieses Prozesses.

Dies wird am Beispiel der vereinfachten internen Arbeitsweise eines Architekten mit zwei Teilmodellen, einem Rohbau- und einem Ausbaumodell, veranschaulicht. Die Aktualisierung erfolgt von Revit 2022.1.5 zu Revit 2024.2.

Vor dem Upgrade in der Cloud wird in einem Projekt das geteilte (verknüpfte externes Modell) für alle Benutzer gelöst, nicht entfernt. (Siehe Screenshot).

Im zweiten Modell, (aus der Sicht des anderen Fachplaners) lassen wir das verknüpfte Modell geladen, um den Unterschied zu verdeutlichen.

Beim eigentlichen Revit-Cloud-Modell-Upgrade steht die Zeitersparnis im Vordergrund, da das Update in der Cloud verarbeitet wird und somit keine lokalen Ressourcen beansprucht werden müssen. Es ist möglich, eine Testaktualisierung mit einem Bericht durchzuführen und sich für eine beliebige höhere Version zu entscheiden.

Dabei ist zu beachten, dass verknüpfte „Shared“ Modelle durch diese Vorgehensweise nicht aktualisiert werden. Siehe auch weiter unten im Text.

Nach dem Start einer Testaktualisierung und deren Abschluss werden Benachrichtigungen per E-Mail versandt. Anschließend besteht die Möglichkeit, einen detaillierten Bericht als .zip-Datei herunterzuladen und diesen genau zu analysieren. Der Bericht liegt als .html-Datei vor.

Es ist wichtig, die im Bericht aufgeführten Fehler zu beachten und gegebenenfalls zu beseitigen. Die Fehler lassen sich über die Element-ID identifizieren.

Vor dem Start der Aktualisierung sollten die angezeigten Hinweise sorgfältig gelesen werden. Nach Abschluss der Aktualisierung sind die WIP-Modelle auf Version 2024 aktualisiert und nur noch in Revit 2024 sichtbar.

Die Verknüpfung im zweiten Modell wurde, wie oben beschrieben, vorab nicht gelöst.

Bei dieser Verknüpfung handelt es sich um ein verknüpftes Shared-Modell und die in Revit verknüpften Shared- Modelle werden tatsächlich über diese Vorgehensweise nicht mit aktualisiert. Es würde also folglich bei jedem Öffnen des Modells die Verknüpfung aktualisiert werden.

Um solche zeitaufwändigen Aktualisierungen zu verhindern, sollten Sie erstmal die Verknüpfung lösen.

Dann sind weitere Schritte notwendig:

  • Das zu dem Shard-Modell zugehörige WIP-Modell (das schon zur Bearbeitung in Revit auf 2024 gebracht wurde), muss neu in die Cloud publiziert werden, damit das 2024er Modell veröffentlicht ist
  • Danach muss noch über Design Collaboration ein neues Paket erstellt werden, so dass das 2024er Shared-Modell damit erzeugt wird
  • Nun kann das Shared-Modell wieder als Verknüpfung neu geladen werden und alle Modelle & Verknüpfungen sind auf 2024.

Hinweis: hätte man im Live-Bearbeitung Zustand also „WIP“ Modelle miteinander verknüpft, würde das Problem nicht auftauchen, da die „live“ Zustände der Modelle miteinander verknüpft sind.

Fazit

Ein Cloud-Modell-Upgrade bietet trotz initialer Herausforderungen zahlreiche Vorteile, besonders in Bezug auf Zeitersparnis, Zugang zu neuen Funktionen und Performance-Verbesserungen. Die Entscheidung für ein Upgrade sollte jedoch sorgfältig abgewogen und mit allen Projektbeteiligten abgestimmt werden. Vor dem Upgrade ist eine gründliche Prüfung der existierenden Modelle und eine sorgfältige Planung der Upgrade-Schritte essentiell für einen reibungslosen Übergang.

Die Nutzung von Cloud-Diensten wie der Autodesk Construction Cloud fördert eine flexiblere und effizientere Arbeitsweise durch verbesserte Zusammenarbeit und Zugriff auf Projektdaten und -modelle von überall. Durch die Ausschöpfung der Cloud-Technologie und Anwendung der besten Praktiken für das Modell-Management können Teams die Qualität ihrer Projekte steigern, die Produktivität erhöhen und letztendlich erfolgreichere Bauprojekte realisieren.

Bei Fragen zur Autodesk Construction Cloud oder wenn Sie Beratung benötigen, um das Beste aus Ihrer Cloud-Lösung herauszuholen, stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Wir helfen Ihnen, die Vorteile der Cloud-Technologie voll auszuschöpfen und unterstützen Sie bei der Optimierung Ihrer Arbeitsprozesse.